Neubau als Massivhaus

BauzeitWie lange dauert es, bis ein Massivhaus bezogen werden kann? Diese Frage stellen sich wohl alle Bauherren, denn damit hängt auch immer zusammen, ob zu den eigentlichen Grundstücks- und Baukosten sowie Gebühren noch weitere Kosten hinzukommen. Vom Einzugstermin hängt z. B. auch ab, wie lange noch die Kosten für die bisherige Wohnung getragen werden müssen.  Es ist nicht möglich, die Bauzeit taggenau festzulegen. Das gilt sowohl für den Bau eines Fertig- als auch eines Massivhauses; zu viele Faktoren wie z. B. die Witterung, Personalausfälle oder Lieferprobleme können auch den besten Zeitplan ins Wanken bringen. Deshalb werden hier die voraussichtlichen Zeitspannen dargestellt, die für die Herstellung einzelner Bauteile benötigt werden, sodass zumindest eine Orientierung möglich ist.

 

Die Bauzeit beim Hausbau mit Bodenplatte oder Keller

Kein Haus ohne Bodenplatte. Das gilt sowohl für einen Bungalow als auch für ein klassisches Einfamilienhaus. Die Bodenplatte sorgt dafür, dass das Gebäude standfest und sicher errichtet wird und vor Feuchtigkeit aus dem Erdreich geschützt ist. Sie wird aus witterungsbeständigem und widerstandsfähigem Stahlbeton gefertigt. Soll ein Energiespar- oder ein Passivhaus errichtet werden, ist eine Thermobodenplatte nötig. Hierfür wird unterhalb der eigentlichen Bodenplatte eine kapillarbrechende Schicht aus Kies aufgebracht. Darüber befinden sich bereits die mit Polystyrol-Hartschaum gedämmten Schalungselemente, die frei von Wärmebrücken sind.

  • Wird auf einen Keller verzichtet, sollten für einen Bungalow, der sich für einen 4-Personen-Haushalt eignet, ca. vier Monate Bauzeit eingeplant werden.
  • Bei einem Standard-Einfamilienhaus in vergleichbarer Größe ist von sechs Monaten auszugehen. In beiden Fällen ist von einem schlüsselfertig erstellten Haus die Rede.

Wenn ein Eigenheim mit einem Vollkeller gebaut werden soll, kann jeweils etwa ein Monat Bauzeit hinzugerechnet werden. Dabei ist in diesem Fall in besonderem Maße auf die Qualität des Baugrunds zu achten: Ein vorab erstelltes Baugrundgutachten gibt darüber Aufschluss, ob das geplante Eigenheim wie vorgesehen gebaut werden kann. Wenn es sich bei dem Baugrundstück beispielsweise um ein Hochwassergebiet handelt, ein hoher Grundwasserspiegel vorgefunden wird, es sich in einer Hanglage befindet oder der Boden ungewöhnlich fest oder weich ist, muss hierauf zugunsten der Gebäudestatik Rücksicht genommen werden. Dadurch kommt es zu weiteren Verzögerungen, die sich auf die Bauzeit auswirken.

 

Die Bauzeit hängt auch von den Wünschen des Bauherrn ab

Die oben genannten Angaben stellen Erfahrungswerte für ein schlüsselfertiges Wohnhaus mit einer mittleren Ausstattung dar. Will ein Bauherr jedoch Abstriche machen oder aber eine höherwertigere Ausstattung in Anspruch nehmen, verkürzt bzw. verlängert sich auch die Bauzeit. Dabei kann es sich um jeweils einen Monat weniger oder mehr handeln.
Bauherren, die selbst Hand an den Bau ihres Eigenheims legen und so Kosten einsparen wollen, können sich für die Errichtung eines Rohbaus oder eines Ausbauhauses entscheiden. Wird der Rohbau eines durchschnittlich großen Einfamilienhauses erstellt, beträgt die Bauzeit mit einer Bodenplatte drei Monate, für den Bau eines Kellers muss ein weiterer Monat zusätzlich eingeplant werden. Wenn der Bau eines Ausbauhauses gewählt worden ist, kommt es auf die jeweils vereinbarten Leistungen an, die von der Baufirma zu erbringen sind.

 

Auch die Wahl der Heizungstechnik hat Einfluss auf die Bauzeit

Um zumindest einen Eindruck zu vermitteln, wie sich die Auswahl der Heiztechnik auf die Bauzeit auswirkt, werden hier einige Beispiele aufgeführt:
Der Einbau einer Pelletheizung dauert je nach Aufwand zwischen drei und fünf Werktagen, die Montage anderer Zentralheizungssysteme nimmt einen ähnlichen Zeitraum in Anspruch.

Doch zu einem Heizsystem gehören noch mehr Elemente:
Für die Installation eines Flachheizkörpers oder Handtuchradiators benötigt ein geübter Handwerker zwischen 50 und 200 Minuten. Die benötigte Arbeitszeit ist vom Gewicht und der Baulänge des Heizkörpers abhängig. Dazu kommt die Montage der Rohrleitungen im Gebäude.
Soll mit Erdwärme geheizt werden, muss entweder eine Bohrung von bis zu 100 Metern für eine Erdwärmesonde oder eine Ausschachtung mit einer Tiefe von 1-2 Metern für Erdwärmekollektoren durchgeführt werden. Gerade im Zusammenhang mit der Bohrung wird neben dem Einholen der behördlichen Genehmigungen auch vergleichsweise viel Zeit für die Vorbereitung der Montage benötigt.

 

Wie kommt es zu dieser langen Bauzeit für ein Massivhaus?

Immer wieder müssen beim Hausbau Wartezeiten eingehalten werden. Ein Laie mag dann den Eindruck haben, dass es auf der Baustelle nicht voran geht, aber das Gegenteil ist der Fall. Es handelt sich hierbei um Wartephasen, die dazu dienen, dass die Feuchtigkeit aus den Bauteilen entweicht. Egal, ob ein Massivhaus oder ein Fertiggebäude gebaut wird: Beide kommen ohne eine Bodenplatte nicht aus. Bodenplatten werden aus Stahlbeton gefertigt, der zuerst vollständig getrocknet werden muss, bevor er seine volle Tragfähigkeit erreicht. Für die Trocknungsphase müssen etwa zehn Tage eingerechnet werden. Die meiste Feuchtigkeit ist im Estrich enthalten. Es dauert mehrere Wochen, bis er vollständig durchgetrocknet ist und sich dazu eignet, mit Bodenbelägen versehen zu werden. Wird z. B. Parkett auf noch nicht ganz trockenen Estrich gelegt, steigt die Restfeuchte aus dem Estrich auf, das Holz des Parketts nimmt sie auf und beginnt sich zu wellen. Nicht zuletzt entstehen Wartezeiten, bis auch der Innenputz in einem Massivhaus völlig trocken ist und die Malerarbeiten beginnen können. Dabei geht man von etwa zwei Wochen aus, bevor beispielsweise tapeziert werden kann. Ist die Wartezeit nicht eingehalten worden, sind sich wellende oder lösende Tapeten noch das geringste Problem: Eine feuchte Wand ist der Nährboden für Schimmelbildung. Die Dauer aller Trocknungsphasen hängt dabei stark vom Wetter ab. Ob die einzelnen Bauteile ausreichend trocken sind, entscheidet letztlich eine Feuchtemessung.

 

Gibt es große Unterschiede bei der Bauzeit von Massiv- und Fertighäusern?

Als größter Vorteil eines Fertighauses wird immer dessen kurze Bauzeit genannt. Doch in der Praxis schmilzt dieser Vorteil deutlich zusammen. Wie bereits geschildert, müssen auch bei Fertighäusern die Wartezeiten für die Trocknung der Bodenplatte und des Estrichs eingehalten werden. Davor gibt es allerdings für den Bauherrn eines Fertighauses Wartezeiten ganz anderer Art: Wenn der Bauvertrag mit der Fertighausfirma abgeschlossen ist, ist kaum davon auszugehen, dass die Arbeiter sofort mit der Produktion der Bauteile beginnen. Verzögerungen treten nicht nur auf, weil zuerst die Aufträge anderer Kunden an der Reihe sind, sondern auch, weil ggf. die bestellten Fenster und Türen nicht den Standardmaßen entsprechen und separat gefertigt werden müssen. Weitere Verzögerungen sind durch Personalengpässe in der Ferienzeit oder durch sehr strenge Winter möglich. Sind die Bauteile fertig, muss auch der Transport geplant werden, weil die Fahrzeuge möglichst ökonomisch eingesetzt werden sollen.

 

Wie können Wartezeiten verringert werden?

Im ungünstigen Fall kann auch noch nach dem Einzug in ein neues Haus so viel Baufeuchtigkeit vorhanden sein, dass die Bewohner nicht ohne Stoßlüftung und Trockenheizen auskommen. Diese Methoden sind sehr energieintensiv und damit teuer. Damit sind sie nicht nur wenig geeignet für eine effektive Bautrocknung, sondern bilden wegen der langen Trocknungsdauer von oft mehreren Jahren den idealen Nährboden für Schimmelpilzbefall. Um sowohl die hohe Kostenbelastung als auch Bauschäden durch Feuchtigkeit zu vermeiden, ist eine technische Bautrocknung die beste Lösung. Fachbetriebe bieten zwei Varianten an: Die zehn Tage dauernde Termintrocknung und die ca. 40 Tage dauernde technische Bautrocknung. Letztere ist die preisgünstigste und gebäudeschonendste Möglichkeit, einen Neubau vollständig zu trocknen. Während das Trockenheizen mehrere Tausend Euro kostet, müssen bei einem Einfamilienhaus mit etwa 100 qm Wohnfläche für die Termintrocknung rd. 1.500 Euro und für die technische Bautrocknung zwischen 500 und 600 Euro veranschlagt werden.

Tipp:
Informatives zu Bautrocknung nach dem Hausbau finden Sie auf www.hausbauberater.de

 

„Gut Ding will Weile haben“ – diese Redewendung gilt auch für den Hausbau. Ein qualitativ hochwertiges Eigenheim benötigt Zeit, damit seine Bewohner lange Zeit Freude an ihm haben.

 

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