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Ob Sie ein Haus bauen, ein Grundstück kaufen oder Immobilienbesitzer sind: Das Finanzamt bittet zur Kasse und hat dafür auch verschiedene Steuerarten. Die beim Grunderwerb und Hausbau anfallenden Steuern sollen hier erläutert werden.

 

Die Grunderwerbsteuer

Diese Steuer ist eine Rechtsverkehrssteuer und wird nach notarieller Beurkundung eines Grundstückskaufes erhoben. Dafür ist unerheblich, ob der Kaufpreis bereits gezahlt wurde oder nicht. Nach Zugang des Bescheides wird der Betrag 4 Wochen später fällig. Die Grunderwerbsteuer beträgt:

  • 3,5 Prozent in
    Bayern und Sachsen

  • 4,5 Prozent in
    Hamburg

  • 5,0 Prozent in
    Bremen, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Rheinland-Pfalz

  • 6,0 Prozent in
    Berlin, Hessen

  • 6,5 Prozent in
    Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein

   

Grunderwerbsteuer bei einem Hausbau mit einem Bauträger

Wer mit einem Bauträger zusammenarbeitet, erwirbt in der Regel das Grundstück und das Haus gemeinsam. Daher wird die anfallende Steuer auf die gesamte Kaufsumme berechnet.

Grunderwerbsteuer für den Hausbau und Grundstückserwerb aus einer Hand

Wird das Grundstück mit dem Ziel, darauf ein Haus zu bauen erworben, dient ebenfalls die gesamte Kaufsumme als Berechnungsgrundlage für die Steuer. Wenn der Hausanbieter in einer Beziehung zum Grundstücksverkäufer steht, ist die Grunderwerbsteuer für Grundstück und Haus fällig. Bemessungsgrundlagen sind hier der Grundstückskaufpreis sowie der im Bauvertrag vereinbarte Preis für die Errichtung des Hauses. Gleiches gilt, wenn der Erwerb des Grundstücks erst nach Abschluss des Bauvertrags erfolgt.

Grunderwerbsteuer bei getrenntem Hausbau und Grundstückserwerb

Wird ein Grundstück erworben und erst später ein Bauantrag gestellt, können beide Abläufe getrennt gewertet werden.

 

Die Grundsteuer

Die Grundsteuer ist eine der ältesten Steuerarten und fällt in Deutschland unter ein einheitliches Grundsteuergesetz. Sie wird auf das Eigentum an Grundstücken und ihre Bebauung erhoben. Durch die Finanzbehörde wird ein sogenannter Einheitswert festgestellt. Nach Feststellung des Grundsteuermessbetrages wird je nach Verwendung und Bebauung durch die Gemeinde ein Hebesatz angewendet. Diesen kann die Gemeinde in ihrer Ortssatzung festlegen, daher gibt es trotz einheitlicher Gesetzgebung große Unterschiede in der Grundsteuerbelastung innerhalb Deutschlands.

 

Die Mehrwertsteuer

Diese Steuer wird auf den Umsatz von Waren berechnet und kumuliert sich entsprechend bei Zwischenverkäufen. Sie ist eng verbunden mit der Umsatzsteuer und in Deutschland im Umsatzsteuergesetz geregelt. Unternehmer und Gewerbetreibende verrechnen die eingenommene mit der ausgegebenen Steuer. Sie erstatten entsprechend die daraus resultierende Umsatzsteuer.

Die Absetzbarkeit der Mehrwertsteuer beim Hausbau

Wenn ein Haus gebaut wird, um vom Bauherrn selbst bewohnt zu werden, gibt es keine Möglichkeit, diese Steuer abzusetzen. Allerdings können Anteile von Modernisierungs- oder Renovierungskosten abgesetzt werden. Gleiches gilt für einen Handwerker oder eine Reinigungskraft. In diesen Zusammenhängen können 20 % der Lohnkosten, jedoch maximal 600 Euro jährlich von der Steuer abgesetzt werden. Voraussetzung hierfür ist allerdings eine Rechnung mit ausgewiesener Steuer, gesplittet mit getrennter Aufführung von Material- und Lohnkosten und deren Steueranteile sowie eine bargeldlose Zahlung, die lückenlos nachweisbar ist.

Bei Vermietern ist die Sachlage anders. Hier sind Neubauten steuerlich absetzbar und die Immobilie entsprechend der AfA-Tabelle über viele Jahre abzuschreiben. Das gilt auch für alle Aufwendungen, Renovierungen und Modernisierungen.

Tatsächlich lohnt es sich, bei der Planung eines Grundstückkaufes und/oder einem Hausbau sich gründlich mit einem spezialisierten Steuerfachmann zu beraten und alle weiteren Schritte wohlüberlegt und notariell abgesichert zu gehen. Windige Sparangebote halten oft rechtliche Folgen, höhere Kosten und viel Ärger  bereit. Wichtig ist es, bei der vorhergehenden Beratung auf Fachleute zu vertrauen, die unabhängig vom Verkäufer des Grundstückes oder der Baufirma  tätig sind. So sollte eine objektive Beratung sichergestellt sein.   

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