Neubau als Massivhaus

Zu den natürlichen Dämmstoffen gehört die Flachsdämmung, die aus den heimischen Flachspflanzen gewonnen wird. Durch die hierzulande beheimateten Pflanzen entfallen lange Transportwege, was die Umweltbilanz dieses Dämmstoffs weiter verbessert. Flachsdämmungen kommen zudem ohne synthetische Zusatzstoffe aus.

Flachsdämmung – die wichtigsten Grundlagen

Die Flachsdämmung selbst entsteht aus den Stängeln der Flachspflanze, wobei diese mechanisch aufbereitet werden. Das Wirrfaser-Verfahren kommt dabei zum Einsatz. Die Flachsfasern werden zunächst geröstet, anschließend gebrochen, geschlagen und gekämmt. Danach werden sie zu einem Faservlies weiterverarbeitet. Mais- oder Kartoffelstärke, ebenfalls natürliche Stoffe, dienen als Kleber. Andere Pflanzenfasern, wie Jute, teilweise auch Polyesterfasern, werden bei einigen Flachsdämmungen als zusätzliche Stützmaterialien mit eingesetzt. Die Imprägnierung mit Borsalzen dient dagegen als Flammschutz.

Demzufolge wird die Flachsdämmung auch in die Baustoffklasse E für normal entflammbare Baustoffe eingeordnet, allerdings gilt dies erst nach der Behandlung mit den Borsalzen. Mit einer Rohdichte von 20 bis 80 Kilogramm pro Kubikmeter und einem Preis von 13 bis 30 Euro pro Quadratmeter sind Flachsdämmungen im Durchschnittsbereich der natürlichen Dämmstoffe angesiedelt.

Die Flachsdämmung kann im Handel in Form von Platten oder Vliesen, als Matten und Stopfwolle erworben werden. Verbundbaustoffe, in denen Flachsfasern eingesetzt werden, sind ebenfalls erhältlich. Meist werden hier Flachs und Lehm miteinander kombiniert. Allerdings sind die Einsatzmöglichkeiten der Flachsdämmung begrenzt, sodass sie nur einen geringen Marktanteil ausmacht.

Die wichtigsten bauphysikalischen Eigenschaften der Flachsdämmung

Die Flachsdämmung weist eine Wärmeleitfähigkeit von 0,04 W/mK auf. Damit ist sie durchaus vergleichbar mit herkömmlichen Dämmstoffen wie etwa Steinwolle oder Styropor. Auch die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl von eins bis zwei spricht für die Flachsdämmung. Durch diese Zahl ist der natürliche Dämmstoff auch für den Einsatz bei Sanierungen von Altbauten oder denkmalgeschützten Gebäuden geeignet. Bei diesen Immobilien kommt es auf eine ideale Feuchtigkeitsregulierung durch den verwendeten Dämmstoff an. Die Wärme- und Schallschutzeigenschaften der Flachsdämmung werden ebenfalls als positiv bezeichnet. Hauptsächlicher Grund dafür ist die Faserstruktur dieses Dämmstoffs.

Wo werden Flachsdämmungen häufig eingesetzt?

Die Flachsdämmung kann aufgrund ihrer Beschaffenheit nur eingeschränkt eingesetzt werden. Insbesondere hohen mechanischen Belastungen hält sie nicht stand. Eine sichere Feuchtigkeitsresistenz ist ebenfalls nur für kurze Zeit gegeben. Generell nicht geeignet ist die Flachsdämmung deshalb für die Außendämmung von Fassade oder Dach. Einsatzbereiche sind dagegen:

  • Innendämmung der Außenwände
  • Dämmung der Wände bei Gebäuden in Holzrahmen-/Holztafelbauweise
  • Zwischensparrendämmung im Dachbereich
  • Wärme- und Schalldämmung der Trennwände im Innenbereich
  • Deckendämmung
  • Hohlraumdämmung

Für die Innendämmung der Außenwände eignet sich dieser natürliche Dämmstoff durch seine Diffusionsoffenheit und eine Kapillaraktivität allerdings besonders gut. Bei den Hohlraumdämmungen kann vor allem die Stopfwolle aus Flachsfasern eingesetzt werden. Sie eignet sich besonders gut für die Dämmung in Dach-, Balken- und Ständerkonstruktionen.

Vor- und Nachteile der Flachsdämmung

Wie jeder natürliche Dämmstoff bietet auch die Flachsdämmung zahlreiche Vorteile, denen jedoch ebenfalls einige Nachteile gegenüberstehen. Die wichtigsten Entscheidungskriterien haben wir übersichtlich aufgeschlüsselt:

Vorteile

  • gute Wärmedämmung
  • sehr hoher Schall- und Hitzeschutz
  • diffusionsoffen und kapillaraktiv
  • leicht zu verarbeiten mit Holzwerkzeug
  • enthält keine Schadstoffe/natürlicher Dämmstoff
  • recycelbar

Nachteile

  • Brandschutz nur eingeschränkt
  • nur eingeschränkt mechanisch belastbar, dadurch geringere Einsatzmöglichkeiten
  • nur für einen begrenzten Zeitraum gegenüber Feuchtigkeit und Witterungseinflüssen resistent

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