Neubau als Massivhaus

Zu den natürlichen Dämmstoffen gehört auch die Kokosfaserdämmung. Die Wärmedämmeigenschaften sind ebenso gut wie Hitze- und Schallschutz. Allerdings kommt die Kokosfaserdämmung meist aus Ozeanien und muss so eine lange Reise hinter sich bringen, was die Ökobilanz doch beeinträchtigt.

Kokosfaserdämmung – die wichtigsten Grundlagen

Die Kokosfaserdämmung entsteht aus den leichten, elastischen und bruchfesten Pflanzenfasern der Fruchthülle der Kokosnuss. Diese Schale wird so lange Fäulnisprozessen ausgesetzt, bis die gesamte Schale, ausgenommen der fäulnisresistenten Kokosfasern, verrottet ist. Innen sind die Kokosfasern hohl, wodurch die guten Wärmedämm-, Schall- und Hitzeschutzeigenschaften zu erklären sind.

Die Kokosfaserdämmung wird der Baustoffklasse E für normal entflammbare Baustoffe zugeordnet und weist eine Rohdichte von 40 bis 120 Kilogramm je Kubikmeter auf. Die Kosten für Kokosfaserdämmungen sind allerdings mit 35 bis 55 Euro pro Quadratmeter recht hoch.

Die Kokosfaserdämmung wird im Handel in diversen Formen angeboten, darunter etwa

  • Vliese,
  • Stopfwolle,
  • Dämmplatten oder
  • flexible Dämmmatten.

Allerdings gibt es aktuell nur sehr wenige Hersteller, die eine Kokosfaserdämmung im Angebot haben. Aufgrund der hohen Preise sind Kokosfaserdämmungen hierzulande kaum verbreitet. Sie werden hauptsächlich für spezielle Anforderungen eingesetzt.

Die wichtigsten bauphysikalischen Eigenschaften der Kokosfaserdämmung

Der natürliche Dämmstoff Kokosfasern verfügt über eine Leitfähigkeit zwischen 0,04 und 0,05 W/mK. Damit ist er zwar noch zur Wärmedämmung geeignet, es gibt aber bessere Dämmstoffe. Die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl liegt bei eins, sodass auch dieser natürliche Dämmstoff mit Fug und Recht als diffusionsoffen bezeichnet werden kann. Insbesondere Gebäude, die saniert werden sollen, dabei aber hohe Anforderungen an die Feuchtigkeitsregulierung durch die Wärmedämmung stellen, lassen sich daher mit der Kokosfaserdämmung sanieren. Die hohle Faserstruktur sorgt zudem dafür, dass ein hoher Schallschutz realisiert werden kann.

Wo werden Kokosfaserdämmungen häufig eingesetzt?

Grundsätzlich eignet sich die Kokosfaserdämmung für vielseitige Einsatzgebiete. Lediglich bei Dämmschichten, die hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt sind, sollte ein anderer Dämmstoff zum Einsatz kommen. Anwendungsbeispiele für die Kokosfaserdämmung finden sich dagegen bei der

  • Innendämmung von Außenwänden,
  • Dachdämmung,
  • Dämmung von feuchtigkeitsempfindlichen Bereichen,
  • Trittschall- und Hohlraumdämmungen,
  • Wärme- und Schalldämmungen in Innenräumen,
  • Wanddämmungen im Leichtbau und der
  • Auskleidung von Restflächen.

Bei der Innendämmung spricht vor allem die hohe Diffusionsoffenheit und Kapillaraktivität der für die Kokosfaserdämmung. Sie eignet sich deshalb sogar für den Einsatz in denkmalgeschützten Gebäuden, die saniert werden sollen. Bei der Dachdämmung werden vor allem Unter- und Zwischensparrendämmungen mit Kokosfasern ausgeführt, da diese sehr elastisch, aber gleichzeitig robust sind. Da die Kokosfasern zudem extrem beständig gegenüber Feuchtigkeit sind, können sie ideal für die Dämmung von Kellern, Außenwänden oder unter Estrich verwendet werden. Auch beim zweischaligen Mauerwerk kommt die Kokosfaserdämmung zum Einsatz.

Vor- und Nachteile der Kokosfaserdämmung

Wie alle natürlichen Dämmstoffe bietet auch die Kokosfaserdämmung neben zahlreichen Vorteilen einige Nachteile, die es vor der endgültigen Entscheidung zu bedenken gilt. Die folgende Übersicht gibt über die Plus- und Minuspunkte dieses natürlichen Dämmstoffs Auskunft:

Vorteile

  • gute Wärmedämmung
  • sehr hoher Schall- und Hitzeschutz
  • hochgradig diffusionsoffen und kapillaraktiv
  • resistent gegenüber Witterungseinflüssen und Feuchtigkeit, Schimmel und Schädlingen
  • hohe Lebensdauer
  • leicht zu verarbeiten mit Holzwerkzeug
  • enthält keine Schadstoffe/natürlicher Dämmstoff
  • recycelbar

Nachteile

  • Brandschutz nur eingeschränkt
  • nur eingeschränkt mechanisch belastbar
  • Preise sehr hoch
  • lange Transportwege, sodass Umweltbilanz beeinträchtigt wird

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