Neubau als Massivhaus

Wie wichtig heute natürliche Baustoffe sind, zeigt alleine das gestiegene Interesse an ökologischen Bauvorhaben. Natürliche Dämmstoffe gewinnen dabei ebenfalls an Bedeutung und zu diesen gehört auf jeden Fall auch Kork. Hergestellt aus nachwachsenden Rohstoffen kann Kork gänzlich ohne synthetische Zusatzstoffe gefertigt werden. Gute Dämmleistungen und ein hoher Schallschutz sprechen klar für Kork als natürlichem Dämmstoff.

Korkdämmung – die wichtigsten Grundlagen

Kork wird als Dämmstoff zur Wärmedämmung aus der Rinde der Korkeiche gewonnen. In der Regel importiert man den Dämmstoff aus Italien und Spanien. Meist werden Reststoffe für die Herstellung der Korkdämmung verwendet oder Qualitäten, die sich nicht eignen, um Flaschenkorken damit herzustellen. Das Rindenmaterial wird zunächst gemahlen und anschließend unter hohem Druck und mithilfe von Wasserdampf aufgebläht, sodass „Bläh-Kork“ entsteht. Dieser kann anschließend als Granulat direkt verwendet werden oder er wird zu Dämmplatten gepresst. Dabei dient das enthaltene Harz im Rohstoff als Bindemittel. Synthetische Zusätze können deshalb vollständig außen vor bleiben.

Kork zählt zu den schwer bis normal entflammbaren Baustoffen und weist eine Rohdichte von 100 bis 120 Kilogramm je Kubikmeter auf. Die Wärmeleitfähigkeit ist mit 0,04 bis 0,05 W/mK etwas unterhalb anderer Dämmstoffe angesiedelt. Die Kosten für diesen natürlichen Dämmstoff fallen mit 15 bis 40 Euro pro Quadratmeter etwas höher aus.

Im Handel wird Korkdämmung entweder in Form des Granulats für Schüttdämmungen angeboten oder als Dämmplatten. Der Marktanteil dieses Dämmstoffs liegt noch bei sehr geringen 0,5 Prozent. Die Tendenz ist aufgrund des Trends hin zu ökologischen Bauweisen jedoch steigend. Die Kosten orientieren sich stark an der Qualität des Ausgangsmaterials sowie dem späteren Verwendungszweck des Dämmstoffs.

Die wichtigsten bauphysikalischen Eigenschaften der Korkdämmung

Die Korkdämmung weist eine Wärmeleitfähigkeit von 0,04 bis 0,05 W/mK auf, sodass die Dämmungswirkung geringer als bei klassischen Dämmstoffen, wie Stein- oder Glaswolle, ausfällt. Dafür ist Kork wesentlich diffussionsoffener als andere Dämmstoffe, die Wasserdampfdiffusionswiderstandszahl liegt nämlich bei fünf bis zehn. Aufgrund dieser hohen Diffusionsoffenheit ist Kork der ideale natürliche Dämmstoff bei der Sanierung von Altbauten und denkmalgeschützten Gebäuden. Dort gelten sehr hohe Anforderungen an die Feuchtigkeitsbalance der Wärmedämmungen. Wärme- und Schallschutz werden mittels Korkdämmung allerdings hohen Anforderungen gerecht. Dieser Dämmstoff kann die Lärmbelastung in einem Gebäude um satte 20 Dezibel (dB) senken.

Wo werden Korkdämmungen häufig eingesetzt?

Aufgrund der hohen Rohdichte von Korkdämmungen eignen sich diese ideal für Bereiche, in denen hohe Druckbelastungen auf die Dämmung einwirken. Korkdämmungen gelten zudem als sehr witterungs- und feuchtigkeitsresistent und lassen sich damit vielseitig einsetzen. Beispiele für Korkdämmungen sind:

  • Innendämmung von Außenwänden
  • Fassadendämmung
  • Dachdämmung
  • Deckendämmung
  • Bodendämmung
  • Hohlraumdämmung
  • Schall-/Wärmedämmung in Innenräumen

Vor allem die Innendämmung der Außenwände ist für eine Korkdämmung geradezu prädestiniert, was vor allem an der Diffusionsoffenheit sowie der Kapillaraktivität liegt. In der Fassadendämmung kommt meist das Granulat aus Kork zum Einsatz. Hier werden gerne Gebäude in Holzrahmen- oder Holztafelbauweise mit dem natürlichen Dämmstoff Kork versehen. Die Kerndämmung zweischaliger Außenwände ist mit der Korkdämmung ebenso möglich wie die komplette Außendämmung. Für diese werden dann allerdings meist die Korkdämmplatten eingesetzt.

Unterhalb der Dachdeckung bzw. Dachabdichtung kann Kork als natürlicher Dämmstoff auch als Außendämmung eingesetzt werden. Wichtig ist hier eine witterungsgeschützte Dämmung. Zwischen- und Untersparrendämmungen im Dachbereich lassen sich mit Kork ebenso durchführen. Da Kork eine starke schalldämpfende Wirkung mit sich bringt, wird er gerne zur Decken- und Bodendämmung verwendet, wo er als Trittschallschutz dient.

Vor- und Nachteile der Korkdämmung

Natürlich hat die Korkdämmung nicht nur Vorteile zu bieten, sondern es gibt ebenso einige Nachteile zu berücksichtigen, die wir im Folgenden kurz zusammengestellt haben:

Vorteile

  • gute Wärmedämmung
  • sehr hoher Schall- und Hitzeschutz
  • diffusionsoffen und kapillaraktiv
  • resistent gegenüber Feuchtigkeit, Schädlingen und Schimmelbildung
  • vielfältig einsetzbar, sogar in Wärmedämmverbundsystemen
  • leicht zu verarbeiten mit Holzwerkzeug
  • enthält keine Schadstoffe/natürlicher Dämmstoff

Nachteile

  • Brandschutz nur eingeschränkt
  • relativ kostenintensiv, abhängig von der Qualität
  • Dämmschicht kann bei Innendämmung Eigengeruch verströmen

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