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Zu den beliebten Dämmstoffen gehört außerdem Schaumglas, auch als Foamglas bezeichnet. Der anorganische, mineralische Dämmstoff lässt sich vielseitig und flexibel einsetzen und ist sehr belastbar. Seit mehr als einem halben Jahrhundert wird Foamglas zur Wärmedämmung genutzt. Von der Dach- und Fassadendämmung bis hin zu Decken-, Böden- und Perimeterdämmungen reichen die Einsatzbereiche. Der Dämmstoff gilt als wasser- und dampfdicht. Diffusionsoffene Dämmungen sind damit nicht realisierbar. Aufgrund des vergleichsweise hohen Preises ist Foamglas allerdings nicht sonderlich weit verbreitet.

Schaumglas – die wichtigsten Grundlagen

Schaumglas entsteht aus den Rohstoffen Kalk, Dolomit, Quarzsand, Feldspat und Recyclingglas. Je nach Hersteller kann der Glasanteil variieren, teilweise besteht Foamglas aus bis zu 100 Prozent Altglas. Diese Stoffe werden zunächst gut gemahlen und mit geringen Mengen an Kohlenstoff versetzt. Anschließend füllt man sie in eine Edelstahlform und erhitzt alles auf 900 bis 1.100 Grad Celsius. Der Kohlenstoff oxidiert bei diesen Temperaturen, wodurch sich Gasblasen bilden. Es ergibt sich eine Aufschäumung ohne den Einsatz von Wasser. Anschließend kühlt das Foamglas nur noch ab.

Alternative Herstellungsmethoden sehen die Schäumung zu einem Endlosband vor. Dieses kann anschließend zu Schotter gebrochen werden oder es wird oberflächenbehandelt und zugeschnitten. Auch Granulat aus Foamglas ist im Handel erhältlich. Dieses muss jedoch mit Wasser versetzt werden und es wird nur auf 800 bis 1.000 Grad Celsius erhitzt.

Im Handel erhältlich ist Schaumglas in Form von Dämmplatten und Dämmblöcken, als Granulat und Schaumglasschotter. Die Dämmplatten sind mit Dicken zwischen 40 und 180 Millimetern erhältlich, die Größen variieren sehr stark. Preislich muss man allerdings unerschrocken sein. 40 bis 60 Euro pro Kubikmeter sind für Foamglas ein üblicher Preis.

Die wichtigsten bauphysikalischen Eigenschaften von Schaumglas

Schaumglas wird den nicht brennbaren Baustoffen in der Baustoffklasse A1 zugeordnet. Die Rohdichte liegt zwischen 100 und 165 Kilogramm pro Kubikmeter. Die Wärmeleitfähigkeit dieses Dämmstoffs liegt bei 0,04 bis 0,05 W/mK und damit etwas niedriger als bei klassischer Mineralwolle. Bei den Hitze- und Schallschutzfähigkeiten ist Foamglas nur bedingt zu empfehlen. Im Vergleich zu anderen Dämmstoffen liegen diese nur im mittleren Bereich. Daher eignet sich Schaumglas nicht, wenn die Wärmedämmung gleichzeitig schallisolierend sein soll.

Aufgrund der geschlossenen Zellstruktur ist Foamglas zudem wasser- und dampfdicht. Daher eignet sich dieser Dämmstoff weder für die Wärmedämmung im Altbau noch für Gebäude in Holzrahmenbauweise. Wird allerdings eine Dampfsperre benötigt, ist Schaumglas der ideale Dämmstoff. Foamglas überzeugt dagegen mit seinem hervorragenden Brandschutz, denn er ist generell nicht brennbar. Bis zu Temperaturen von 430 Grad Celsius ist Schaumglas absolut beständig und kann so die Feuersicherheit eines Gebäudes deutlich erhöhen.

Wo wird die Dämmung mit Foamglas häufig eingesetzt?

Eine Foamglas-Dämmung lässt sich vielseitig einsetzen. Vor allem an Stellen, die durch Feuchtigkeit, mechanische Belastungen und/oder Witterungseinflüsse stark belastet sind, ist die Schaumglas-Dämmung eine gute Möglichkeit. Wichtige Einsatzbereiche dieses Dämmstoffs sind unter anderem:

  • Perimeterdämmung
  • Flachdachdämmung
  • Fassadendämmung
  • Decken-/Bodendämmung
  • Wärmedämmung in Innenräumen

Bei der Perimeterdämmung kann Foamglas seine Vorzüge vollständig ausspielen. Gerade unter der Fundamentplatte eines Gebäudes weiß Schaumglas zu überzeugen, da es den vielfältigen Belastungen im Erdreich problemlos standhält. Außerdem weist der Schaumglasschotter eine sehr gute Dränagewirkung auf. Flachdachdämmungen mit Foamglas sind ebenfalls häufig. Hier eignet sich der Dämmstoff selbst dann, wenn hohe Gewichtsbelastungen auftreten. Selbst permanente Belastungen mit Feuchtigkeit können dem Dämmstoff wenig ausmachen. Allerdings muss das Schaumglas in Form von Platten vollständig in Bitumen eingeschwemmt werden und plan aufliegen, da sie sonst zu leicht brechen könnten.

An der Fassade eignet sich Schaumglas vor allem für zweischalige, hinterlüftete Fassadenkonstruktionen. Am Mauerfußpunkt kann Foamglas zudem Wärmebrücken vermeiden. Sind Decken- und Bodenkonstruktionen hohen Belastungen ausgesetzt und die Ansprüche an den Schallschutz gering, so eignet sich Foamglas auch für die Boden- und Deckendämmung.

Gesundheitlich ist Foamglas bei der Verarbeitung unbedenklich. Allerdings können geringe Mengen Schwefelwasserstoff austreten, was unangenehme Gerüche zur Folge hat.

Vor- und Nachteile der Schaumglasdämmung

Wird die Schaumglasdämmung eingesetzt, ergeben sich daraus einige Vorteile, denen jedoch ebenso Nachteile gegenüberstehen. Diese sollen im Folgenden kurz aufgeführt werden:

Vorteile

  • sehr gute Wärmedämmeigenschaften
  • vorgeschriebene Dämmungsdicken halten sich in Grenzen
  • sehr hohe Belastbarkeit (teils bis zu 50 t/m²)
  • dampf- und wasserdicht (kann als Dampfbremse dienen)
  • beständig in Form und Maß
  • resistent gegenüber Witterung, Feuchtigkeit, Schädlingen und Chemikalien
  • gute Dränagefähigkeiten bei Schotter und Granulat
  • schadstofffrei

Nachteile

  • sprödes Material (Platten), mit Bitumenbeschichtung kann das Problem gelöst werden
  • hoher Preis
  • nicht kapillaraktiv und diffusionsoffen
  • Produktion sehr energieintensiv

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