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Im Bereich der Dämmstoffe gehört die Steinwolle zweifelsohne zu den Klassikern schlechthin. Zusammen mit Glaswolle hält die Steinwolle seit Jahren schon den größten Marktanteil im Bereich der Wärmedämmungen. Sehr gute Wärmedämmeigenschaften gepaart mit ebenso günstigen Preisen sind die ausschlaggebenden Punkte für die große Beliebtheit.

Steinwolle – die wichtigsten Grundlagen

Steinwolle wird aus Natursteinfasern hergestellt. Diese weisen nicht nur sehr gute Wärmedämmeigenschaften auf, sondern können auch einen attraktiven Schallschutz mit sich bringen. Die Steinwolle gehört mit Glas- und Schlackenwolle zu den Mineralwollen, die einen wichtigen Anteil des Marktes für Dämmstoffe ausmachen.

Schätzungen zufolge sollen in Deutschland Jahr für Jahr 35 Millionen Kubikmeter Dämmstoffe verbaut werden. Seit den 1990er Jahren haben Stein- und Glaswolle daran einen Anteil von über 60 Prozent. Dabei gehört die Steinwolle noch zu den recht jungen Dämmstoffen und wurde erst in den 1930er Jahren vom Unternehmen Grünzweig & Hartmann aus Bergisch Gladbach entwickelt. 1939 patentierte man die Erfindung unter dem Markennamen „Silan“.

Die Steinwolle entsteht, indem natürliche Gesteine einem Düsenziehverfahren bei Temperaturen von etwa 1.500 Grad Celsius unterzogen werden. Die so entstehenden Steinwollfasern müssen anschließend weiterverarbeitet werden, meist verspinnt man sie zu einem Vlies. Typischerweise werden Diabas-Gesteine, Feldspat, Dolomit oder Basalt verwendet. Teilweise kommen heute auch schon Recycling-Formsteine zum Einsatz. Mineralöle und Silikonemulsion werden den Steinwollfasern zugesetzt, um die wasserabweisenden Eigenschaften zu verbessern.

Im Handel erhält man Steinwolle als Filze, Matten, Zöpfe und Platten. Eine lose Schüttdämmung aus Steinwolle ist mittlerweile ebenfalls zu finden. Unterscheiden lässt sich zudem in die aluminiumkaschierte Steinwolle und die vlies- bzw. papierkaschierte Steinwolle. Je nach Variante werden diese der Baustoffklasse A1 für nicht brennbare Baustoffe (aluminiumkaschiert) oder der Baustoffklasse B2 zugeordnet (papier-/vlieskaschiert).

Die wichtigsten bauphysikalischen Eigenschaften von Steinwolle

Steinwolle hat sehr gute Brandschutzeigenschaften, entflammt sich erst bei Temperaturen über 1.000 Grad Celsius. Die Wärme- und Schallschutzeigenschaften dieses Dämmstoffes sind ebenfalls hervorragend. Die Wärmeleitfähigkeit liegt bei gerade einmal 0,035 bis 0,045 W/mK. Außerdem ist die Rohdichte mit 15 bis 80 Kilogramm je Kubikmeter recht hoch, sodass die Wärmedämmeigenschaften dadurch noch verbessert werden.

Steinwolle muss fast immer geschnitten werden, bevor sie weiterverarbeitet werden kann. Spezielle Dämmstoffmesser sind hier sicher die beste Lösung für den Zuschnitt, aber auch ein gezacktes Haushaltsmesser kann genutzt werden. Bei dieser Verarbeitung entsteht jedoch Feinstaub, der zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann. Deshalb sollten Bauherren bei der Verarbeitung von Steinwolle stets Handschuhe und einen Atemschutz tragen.

Die Frage nach Gesundheitsschäden durch Steinwolle keimt ebenfalls immer wieder auf. Fakt ist: Die Aussage, dass Steinwolle krebserregend sein könnte, konnte wissenschaftlich nie bewiesen werden. Zudem sind heute in Deutschland hergestellte Steinwolle-Dämmstoffe alle mit dem RAL-Gütesiegel für Erzeugnisse aus Mineralwolle versehen. Dieses garantiert die gesundheitliche Unbedenklichkeit. Bei Renovierungs- und Abbrucharbeiten kann man jedoch mit älteren Dämmstoffen aus Steinwolle in Kontakt kommen, die negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben können. Hier ist entsprechende Schutzkleidung deshalb anzuraten.

Bei welchen Dämmvarianten wird Steinwolle häufig eingesetzt?

Auch die Steinwolle wird natürlich bei vielen verschiedenen Dämmvarianten eingesetzt. Zu den wichtigsten zählen aber sicherlich:

  • Dach- und Deckendämmungen
  • Fassadendämmungen
  • Einblasdämmungen

Bei der Dachdämmung mit Steinwolle wird vor allem die Zwischensparrendämmung immer wieder als Einsatzgebiet des Dämmstoffs angegeben. Ausgenommen sind jedoch sehr steile und fragile Dachkonstruktionen, bei denen man eher auf die leichtere Glaswolle setzt. In der Regel werden hier Dämmstoffmatten verwendet. Bei der Fassadendämmung kommen vor allem vlieskaschierte Dämmplatten zum Einsatz. Als Einblasdämmung wird lose Steinwolle verwendet, die zur Hohlraumdämmung, zum Einblasen in Dachschrägen und unbegehbare Geschossdecken genutzt wird.

Vor- und Nachteile der Dämmung mit Steinwolle

Zwar gehört die Steinwolle zu den beliebtesten Dämmstoffen in Deutschland, jedoch weist auch sie Vor- und Nachteile auf, wie die Übersicht zeigt:

Vorteile

  • sehr gute Wärmedämmung
  • sehr gute Schalldämmung
  • wasserabweisend und atmungsaktiv
  • schützt vor Feuchtigkeit und Schimmelbildung
  • verbessert das Raumklima
  • resistent gegenüber Schimmelpilz- und Schädlingsbefall

Nachteile

  • empfindlich gegenüber hohen Feuchtigkeitsbelastungen – dadurch eingeschränkte Einsatzbereiche
  • hohe Rohdichte verbunden mit hohem Gewicht
  • energieintensive Herstellung

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