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Zu den natürlichen und ökologischen Dämmstoffen gehört auch das Material Stroh. Aufgrund seiner von Haus aus guten Wärmedämmeigenschaften bietet es einen optimalen Hitze-, aber auch Schallschutz. Bisher kommt die Strohdämmung als natürlicher Dämmstoff vor allem in Häusern zum Einsatz, die als Leichtbaukonstruktion auf Holzbasis errichtet wurden.

Strohdämmung – seit Langem bekannt

Die Dämmeigenschaften von Stroh sind bereits seit Langem bekannt. Seit Jahrtausenden wird Stroh als Bau- und Dämmstoff eingesetzt. Doch in der modernen Bauwirtschaft gelangte Stroh erst ab dem 19. Jahrhundert zu höherer Bedeutung. Denn in jener Zeit gelang es erstmals, die Strohballen maschinell zu pressen. Zunächst setzte der Siegeszug des natürlichen Dämmstoffs Stroh in den USA ein, von dort kam er später nach Europa. Bis heute ist die Bedeutung von Stroh als Wärmedämmung zwar eher gering, allerdings ist aufgrund des steigenden Interesses an ökologischen Bauweisen Stroh als Wärmedämmung in den letzten Jahren deutlich bekannter geworden.

Klassische Strohdämmungen haben eine Wärmeleitfähigkeit von 0,051-0,055 W/mK. Sie sind der Baustoffklasse E – normal entflammbar zugeordnet und weisen eine Rohdichte zwischen 120 und 150 Kilogramm je Kubikmeter auf. Ein weiterer Vorteil von Stroh als natürlichem Dämmstoff besteht in den günstigen Preisen. Nur 10 bis 15 Euro müssen Bauherren pro Quadratmeter einplanen.

Stroh als Dämmstoff – die wichtigsten Grundlagen

Wird Stroh heute zur Wärmedämmung eingesetzt, so entsteht es meist aus Roggen, Weizen, Hafer oder Gerste. Um als Dämmstoff eingesetzt werden zu können, muss Stroh zumeist in Ballenform gepresst werden, auch Strohbauplatten sind denkbar. In anderen Baustoffen, wie Lehmprodukten, kann Stroh zudem als Leichtzusatz genutzt werden. Bisher sind die modernen Strohbauplatten hierzulande jedoch von eher geringerer Bedeutung.

Aufgrund des günstigen Preises von etwa 10 bis 15 Euro pro Quadratmeter für die Strohdämmung ist dieser Dämmstoff nahezu konkurrenzlos. Die Strohballen, die zur Wärmedämmung eingesetzt werden, können zudem direkt aus der Landwirtschaft bezogen werden, sodass Zwischenhändler und deren Aufpreise ausbleiben.

Die wichtigsten bauphysikalischen Eigenschaften der Strohdämmung

Bevor sich Bauherren für eine Form der Dämmung entscheiden, sollten sie einen Blick auf die wichtigsten bauphysikalischen Eigenschaften der Dämmstoffe werfen. Zu diesen zählen:

  • Wärmeleitfähigkeit
  • Diffusionsoffenheit
  • Brandschutz

Mit 0,051 bis 0,055 W/mK ist die Wärmeleitfähigkeit von Stroh als moderat zu bezeichnen. Durch die gezielte Wahl der Dämmschichtdicke kann jedoch eine sehr gute Wärmedämmung realisiert werden. Vor allem vor Hitze und Schall können Strohdämmungen sehr gut schützen. Das Gesetz schreibt beispielsweise einen Rw-Schallschutzwert von 50 dB vor. Dieser kann mit der Strohdämmung deutlich übertroffen werden.

Stroh gilt als besonders diffusionsoffen. Die Wasserdampfdiffusionswiderstandsanzahl liegt bei eins bis zwei. Diese Eigenschaft ist insbesondere im Hinblick auf die Feuchtigkeitsregulierung innerhalb des Gebäudes von Bedeutung. Sie wird mit der Strohdämmung optimal realisiert und sorgt für ein angenehmes Raumklima.

Bleibt noch der Brandschutz, bei dem Stroh auf den ersten Blick schlecht abschneiden dürfte. Tatsächlich gilt loses Stroh als sehr leicht entflammbar. Daher darf es als Baustoff meist nur in Verbundwerkstoffen eingesetzt werden. Werden die Strohballen allerdings gepresst, erreichen sie normal entflammbare Werte der Baustoffklasse E. Dabei bedarf es nicht einmal der Zugabe spezieller Flammschutzmittel. Darüber hinaus lässt sich die Entflammbarkeit durch verstärktes Pressen des Strohs weiter reduzieren.

Wo werden Strohdämmungen häufig eingesetzt?

Die Strohdämmung findet ihren hauptsächlichen Einsatzort bei Leuchtbaukonstruktionen. Das sind vor allem Gebäude, die in der Holzrahmenbauweise, Holzständerbauweise oder Holztafelbauweise errichtet werden. Informationen zu diesen Bauweisen finden Sie auf www.fertighaus-hausbau.de.

Eine Strohdämmung kann ebenfalls lasttragend ausfallen, wenn sie im Haus in Holständerbauweise eingesetzt wird. Allerdings bedarf es dafür der Erlaubnis durch die Bauaufsicht und hierbei handelt es sich stets um eine Einzelfallentscheidung. Die klassische Strohdämmung kann sowohl als Fassaden- wie auch als Dachdämmung ausgeführt werden. In der Fassadendämmung kann Stroh als Außen- und Innendämmung gleichermaßen genutzt werden. Anschließend wird der Putz direkt auf die Dämmschicht aufgebracht oder man kann eine Außenverkleidung wählen, die aus Bauholz oder Holzbauplatten besteht. Wichtig ist ein schnelles Auftragen der Verkleidung oder des Putzes, um das Eindringen von Schädlingen in den natürlichen Dämmstoff zu vermeiden.

Wird die Strohdämmung als Dachdämmung verwendet, empfiehlt sie sich bei geneigten Dächern. Eine schuppige Dacheindeckung mit guter Hinterlüftung ist ebenfalls prädestiniert für die Strohdämmung. Durch die Hinterlüftung wird vermieden, dass Feuchtigkeit sich in der Dämmschicht absetzt. Trotzdem sollte über der Strohdämmung eine Überdämmung aufgebracht werden. Hierfür eignen sich Holzfaserdämmplatten. In der Zwischensparrendämmung kann Stroh übrigens ebenfalls eingesetzt werden.

Vor- und Nachteile der Strohdämmung

Die Strohdämmung bringt, wie fast jeder Dämmstoff, einige Vor- und Nachteile mit sich. Diese haben wir hier kurz aufgeschlüsselt:

Vorteile

  • hoher Schall- und Hitzeschutz
  • günstiger Kaufpreis trotz hoher vorgeschriebener Dämmdicke
  • diffusionsoffen und kapillaraktiv
  • einfache Verarbeitung
  • enthält keine Schadstoffe/natürlicher Dämmstoff
  • einfach zu entsorgen, teilweise kompostierbar

Nachteile

  • Einzelfallentscheidung nötig, wenn Strohdämmung an tragender Wand erfolgen soll
  • hohe Gefahr durch eindringende Feuchtigkeit
  • ungeeignet als Kerndämmung für zweischaliges Mauerwerk
  • zusätzlicher Witterungsschutz auf Wetterseite notwendig (z. B. Dachüberstand)
  • Insektenschutzgitter auf Hinterlüftungsebene nötig, um Schädlingsbefall zu vermeiden
  • leichter brennbar als andere Dämmstoffe

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